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„plantago lanceolata“ – eine uralte germanische Heilpflanze

Der Spitzwegerich ist einer von insgesamt 3 Wegerichen – weiters gibt es noch den Mittleren- und den Breit-Wegerich. Der Familienname PLANTAGO ist auf die Füße bezogen. Warum das so ist und was du alles mit dieser heilsamen Pflanze – ob in der Küche, in der Hautpflege oder als Teil deiner Natur-Apotheke – anstellen kannst, das gibt es jetzt hier nachzulesen!

HARDFACTS

  • Blüte- und Sammelzeit: Mai bis September
  • verwendete Teile: meist werden die jungen Blätter genommen, gerne können auch Samen und Wurzeln probiert werden
  • Inhaltsstoffe: Schleimstoffe, Aucubin (wirkt antibiotisch), Gerbstoffe, Bitterstoffe, Harz, Kieselsäure, Labenzym
  • Eigenschaften: heilend, kühlend, hustenlindernd, schleimlösend, antibakteriell, entzündungshemmend, blutreinigend, zusammenziehend, herausziehend

mögliche ANWENDUNGEN

Der KLASSIKER

… ist wahrscheinlich der allseits bekannte Anti-Husten-SIRUP bzw. die Anwendung bei Verschleimung. Allerdings gibt es da verschiedene Herangehensweisen. Ich möchte hier 2 einfache Methoden vorstellen.

➡ der Sirup mit HONIG:

Die gewaschenen und zerkleinerten Blätter werden in ein sauberes Schraubglas gefüllt und mit Honig übergossen. Lagere diese Zubereitung – wie bei Honig üblich – dunkel. Die enthaltenen Enzyme werden es dir danken!

SPECIAL: du kannst den Spitzwegerich nicht nur in Honig, sondern auch in ein OXYMEL einlegen – mehr dazu findest du HIER!

➡ der Sirup mit ZUCKER:

Bei dieser Variante ist wichtig, frische Blätter zu verwenden – sprich nach dem pflücken sollten diese ziemlich rasch verarbeitet werden. Warum? Weil wir hier im wahrsten Sinne des Wortes den Saft der Pflanze brauchen. Los geht’s!

Gestartet wird mit dem Zucker – fülle ihn als erste (und auch als letzte) Schicht in ein sauberes Schraubglas. Dann kommen die ersten gewaschenen und zerkleinerten Blätter. Schliesslich wieder eine Schicht Zucker. Jetzt nochmal Spitzwegerich usw. und zum Abschluss wie gesagt nochmal Zucker. Die letzte Zucker-Schicht sollte wirklich abschließen – sprich nichts vom „Grünzeug“ sollte mehr heraus schauen, damit kein Sauerstoff dazu kommen kann. Nach dem verschrauben und beschriften lasse deinen Anti-Husten-SAFT für ca. 10 Wochen an einem eher dunklen & kühlen Ort ausziehen. Manche graben das Glas auch in die Erde ein, um ein konstantes Klima zu schaffen. Öffne jedenfalls den Sirup erst, wenn sich der Zucker verflüssigt hat – denn wir wollen nicht, dass ihm der Sauerstoff zum Verhängnis wird. Und wenn’s dann soweit ist, können – wenn gewünscht – die Reste abgeseiht werden oder man nimmt sich einfach löffelweise die gewünschte Menge heraus. MAHLZEIT & G`SUNDHEIT!

„Gleiches mit Gleichem behandeln!“

* Paracelsus *

KÜCHE

Spitzwegerich-Blätter können zerkleinert einfach als Tee zubereitet werden – z.B. bei Magenproblemen. Oder du legst sie in Alkohol (z.B. 38% Korn) ein für diverse spätere Weiterverwendungen – du stellst so zu sagen eine Tinktur her. Die Samen, welche man quasi schon getrocknet aus den ausgewachsenen Samenständen entnehmen kann, wirken ähnlich wie Leinsamen – anwendbar z.B. im Müsli oder auf einem Butterbrot – bei leichter Verstopfung. Und für ganz Kreative – anstatt der Algenblätter beim selbst gemachten Sushi – Spitzwegerich verwenden!

TIPP ⬇

Durch das einreiben mit zerdrückten Spitzwegerich-Blättern (sprich mit dem Pflanzensaft) können jucken und Schwellung von Insektenstichen gemildert werden. Das gilt auch für Kopfschmerzen – der Saft wird hierzu auf die Schläfen gerieben.

ÖL

Du kannst ganz einfach einen Öl-Auszug mit Spitzwegerich zubereiten. Bedecke dafür die zerkleinerten Blätter mit ausreichend Öl. Ich verwende gerne Sonnenblumenöl, da es u.a. geruchsneutral und heimisch ist. Gerne kann aber jedes andere gewünschte Öl verwendet / probiert werden. Wichtig ist, sauber zu arbeiten – sprich alle Materialien wie z.B. das Schraubglas sollen vor Beginn mit hoch%igem Alk. desinfiziert werden. Das Öl bzw. das daraus hergestellte Produkt (z.B. eine Salbe) kann schließlich auf „beleidigte“ Hautstellen aufgetragen werden – z.B. bei kleinen Hautverletzungen, Sonnenbrand, Mückenstichen oder du verwendest es ganz einfach zur allgemeinen Hautpflege (und gerne natürlich auch in der Küche).

SPECIAL: heiss oder kalt ansetzen / ausziehen? Das ist hier die Frage! Und wie so oft im Leben kann man Dinge einfach kombinieren, da weder das eine noch das andere besser oder schlechter ist – alles hat seine Qualitäten! Der KALT-Auszug (=ohne Sonne für einige Tage / Wochen ziehen lassen) ist besser für empfindliche Stoffe wie Schleim oder das Aucubin im Wegerich. Ein HEISS-Auszug (=vorsichtig aufkochen, kurz köcheln und schließlich etwas ziehen lassen) hingegen erhöht die Haltbarkeit. Außerdem wird „heiß“ stets frisch gearbeitet, somit werden keine einzelnen (Schleim-) Stoffe zerkocht – wir verarbeiten alle Inhaltsstoffe inkl. der wässrigen Anteile von der ganzen, frisch geernteten Pflanze. Und genau darum kann es Sinn machen, „heiß & kalt“ für das gewünschte Produkt zu vereinen.

Ach ja, da war doch noch was ⬇

Ganz zum Schluß nochmals zu den eingangs erwähnten Füßen! Der (Breit-) Wegerich wurde / wird wegen seiner guten Eigenschaften auch gerne von Wanderern benutzt – zur Linderung bei schmerzenden und müden Füßen legt man die Blätter einfach an die betroffene Stelle in die Schuhe ein.


Was sind deine Erfahrungen mit dem Spitzwegerich? Welche Produkte hast du hergestellt? Wo verwendest du ihn? Schreib mir ganz einfach in den Kommentaren!

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