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„Is leicht scho Ostern?“ Nein, nein – da ham wir noch a bissal Zeit! Zuerst kommt noch das wunderbare Weihnachts- bzw. Jul-fest. Aber weil das Ei ein Ganz-Jahres-Produkt ist – z.B. als Frühstücksei, in diversen Mehlspeisen, im Eierlikör, zur Deko etc. – möchte ich dieses geniale Lebensmittel und auch ihre „Produzentinnen“ hier näher unter die Lupe nehmen und vorstellen. Außerdem erfährst du ebenfalls, wie du Eier zur Haut- und Haar-Pflege einsetzen kannst. Und natürlich gibt es endlich die Antwort auf die Frage aller Fragen: Was war zuerst da – das Huhn oder das Ei!?

Das „gemeine“ Huhn

Ein Wildvogel aus Asien – das Bankivahuhn Gallus gallus – gilt als der Vorfahre unserer heutigen Haushühner Gallus gallus domesticus. Zurzeit werden im europäischen Rassegeflügelstandard über 180 bekannte Rassen unterschieden.

Des Huhns liebste Beschäftigung ist das Scharren und Picken. Hühner fressen neben einer ausgewogenen Körnermischung auch Bio-Abfälle aus der Küche wie Salat, Obst, Kartoffel, Nudeln etc. Weiters suchen sie sich Würmer, Käfer oder Schnecken und sie fressen auch sehr gerne allerlei Pflanzen, welche sie auf der Wiese finden.

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Zwischendurch wird gerastet und das Federkleid gepflegt. Ausserdem nehmen Hühner gerne eine Bad – ein Sandbad. Das tun sie einerseits, um sich von Ungeziefer zu befreien. Aber der Hauptgrund ist – das weiß ich als Hühner-Mama genau – weil sie sich dabei nicht pudel-, nicht sau- sondern „hühner-wohl“ fühlen!

Die sog. Hackordnung regelt die Führungsrolle in einer Hühnergruppe. Mittels verschiedener Laute wird kommuniziert und geplaudert. Meist werden sämtliche Aktivitäten gemeinsam unternommen.

Die Nacht verbringen Hühner am liebsten geschützt in einem trockenen und zugluft-freien Unterschlupf, gerne auf einer erhöhten Sitzstange. Übrigens kann man auch die Uhr nach ihnen stellen – Hühner leben nach dem Stand der Sonne im natürlichen Tag und Nacht Rhythmus – wenn es hell ist wollen sie raus, wenn es dunkel wird gehen sie schlafen.

Freilandhühner können – abhängig u.a. von der Haltung, dem Futter oder diversen Krankheiten – ca. 5-10 Jahre alt werden!

Eierproduktion

Je nach Rasse kann ein Huhn ca. 70 bis 300 Eier pro Jahr legen – Respekt für diese Hochleistung! Während der sog. Mauser (meist im Herbst) tauschen die Hühner ihr Federkleid aus – sprich sie verlieren ihre alten Federn und bekommen schliesslich nach und nach ein neues Gewand. In dieser Zeit wird die Eierproduktion reduziert oder ganz eingestellt. Die inneren Organe können sich nun erholen.

Hard-Facts zum Ei

  • Inhaltsstoffe: Wasser, Eiweiss, Fett (viele gesättigte Fettsäuren, wenig Cholesterin) Mineralstoffe, Vitamin E
  • der Dotter ist eine Fett-in-Wasser Emulsion – eine schöne dunkle Farbe bekommt er durch gutes Futter
  • die Schale besteht zu 90% aus Calciumcarbonat
  • die Farbe der Schale kann von weiss, über hell- oder dunkelbraun bis zu grün variieren
  • ein Durchschnittsei wiegt ca. 60g und ist ca. 5,5 cm gross

Fun-Fact – Eier für ein langes Leben

Emma Morano Martinuzzi, eine Italienerin, die im April 2017 im Alter von 117 Jahren verstarb, hat in vielen Interviews erzählt, dass sie in ihrem Leben täglich Eier, viele auch roh, gegessen hat – insgesamt über 100.000 Stück! Ähnliche Berichte gibt es über Susannah Mushatt Jones, eine schwarze US-Amerikanerin, die im Mai 2016 im Alter von 116 Jahren verstarb.

Hühnerhaltung

Die Beziehung Mensch – Huhn begann bereits vor mehr als 8000 Jahren. Knochenfunde in China deuteten darauf hin, dass bereits im 6. Jahrtausend v. Chr. eine erfolgreiche Domestizierung stattgefunden hat. Eine weite Verbreitung des Haushuhns im europäischen Raum fand erst vor ca. 2500 Jahren durch die Römer statt – Hühner wurden damals im großen Stil als Eier- und Fleischlieferanten gezüchtet.

Heutzutage finden Hühner immer wieder Einzug in private Haushalte bzw. Gärten – einerseits zur Selbstversorgung, andererseits einfach als Haustiere. Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass diese Tiere ein sehr freundliches Wesen und eigene Charaktere haben, aufgeweckt und neugierig sind sowie auch gescheit und zutraulich. Es macht große Freude sie zu beobachten und mit ihnen gemeinsam zu leben. Außerdem gibts im besten Fall täglich was zu essen!

meine (zum Teil ehemaligen) Hühner

Eine Herzens-Angelegenheit

Rette (d)ein Huhn – ein Verein, welcher sich um ausgediente Legehennen kümmert und diese auch weiter vermittelt. Wenn du helfen magst, kannst du nicht nur ein Huhn (oder ganz viele Hühner) aufnehmen und ihm ein 2tes Leben schenken, sondern auch z.B. eine Patenschaft übernehmen, Sachspenden abgeben oder gerade aktuell – einen Kalender für 2021 erwerben.

Ethno-Medizin – hilfreich & wunderlich

In verschiedenen Ländern und Kulturen wurden und werden diverse Teile des Huhns – neben der Verwendung als Nahrungsmittel – für Heilzwecke (Salben, Umschläge, Getränke etc.) oder aber auch für abergläubische Interessen (orakeln etc.) herangezogen.

  • Anti-Warzen-Salbe: Weidenrinde wird zu Asche verbrannt und mit Hühnerschmalz zu einer Salbe vermengt
  • haarwuchs-förderndes Mittel: Zwiebel fein hacken, mit Honig und Hühnerkot vermischen – diese Paste wird regelmässig in die Kopfhaut eingerieben (sensible Naturen verwenden statt dem Kot Hühnerschmalz;)
  • bei Erfrierungen: auflegen eines heissen Umschlags mit einem Brei aus Hühnermist, Buchenasche und Eichenlaub
  • bei Kopfschmerzen und pochenden Schläfen: ein Umschlag mit rohen, zerstossenen Eierschalen, die vorher in Essig aufgeweicht wurden, wird aufgelegt
  • Brand- und Schnittwunden: es wird die Innenhaut der Eierschale aufgelegt
  • bei Blut erbrechen: zerriebene Eierschalen in Weisswein eingerührt trinken
  • gegen saures Aufstoßen: zerriebene Eierschalen löffelweise einnehmen
  • gegen Würmer: pulverisierte Eierschalen in Kornbranntwein aufgelöst trinken
  • Trunk der Wiener Volksmedizin bei Tuberkulose: man verrühre fünf Eidotter in kuhwarmer Milch, zuckere mit Rohrzucker und schütte ein großes Stamperl Cognac dazu
  • bei Herzklopfen nervösen Ursprungs: auf trockenen Hühnerkot giesse man alten Weisswein und nehme das Ganze löffelweise ein
  • bei Lungenleiden: zerriebene Eierschalen mit Zitronensaft übergiessen, auflösen und schliesslich in Weisswein eingerührt trinken
  • gegen Heiserkeit: ein frisch gelegtes Ei roh zu sich nehmen oder den Dotter mit Bier abgesprudelt trinken

aus dem Buch „Physica“ – Hildegard von Bingen

Eier sind mehr kalt als warm. Eier der fliegenden Vögel sind schädlich. Gesunde Menschen können die Eier der Haushühner essen, aber eher weiche als harte, die machen Magenschmerzen. Ganz rohe Eier aber schaden dem Menschen, da sie Fäulnis in ihm erzeugen. Eidotter ist heilsamer als Eiweiss, mässig hart, nicht ganz weich. Ein Ei mit der Schale am Feuer gebraten ist besser als im Wasser gekocht, da das Feuer im Gegensatz zum Wasser die Fäulnis herauszieht. Für kranke Menschen mit schwachen Eingeweiden sind auch Eier von Haushühnern schädlich, da sie Fäulnis im Magen erzeugen. Wer krank ist und Eier essen will, der schlage ein Ei in eine siedende Wasser / Wein Mischung und koche sie darin.“

Eier zur Körperpflege

Gesichtsmasken

Eiweiß und Dotter wirken auf der Haut straffend und glättend – das gesamte Hautbild erscheint geschmeidiger und es wird der Faltenbildung vorgebeugt.

Grundmischung: Trage das Eiweiß und / oder den Dotter mit einem Pinsel auf dein Gesicht auf, lasse alles ca. 15 Minuten einwirken und wasche die Maske anschließend gründlich mit warmen Wasser ab.

Weiters kannst du gerne deine Maske mit anderen Zutaten erweitern – hier einige Beispiele:

  • Öl – wirkt glättend, beruhigend, pflegend
  • Zitronensaft – wirkt erfrischend, ist gut bei unreiner, großporiger und fettiger Haut
  • Avocado – nährt und pflegt trockene Haut
  • Heilerde – wirkt reinigend und beruhigt fettige Gesichtshaut, spendet Mineralstoffe
  • Topfen – spendet Feuchtigkeit und verkleinert die Poren
  • Honig – wirkt glättend, ist gut bei unreiner Haut und verstopften Poren
  • Kaffeesud: einsetzbar als Peeling

TIPP! Eiweiß-Tiefen-Reinigungs-Maske – gegen Mitesser: Eiweiß auf dem Gesicht (z.B. Nasenpartie) verstreichen, darüber WC-Papier oder Küchenrolle „kleben“ (vorher ggf. die einzelnen Lagen zerteilen) und danach nochmals eine Schicht Eiweiß darüber pinseln. Lasse das Ganze gut trocknen, ziehe die Maske schliesslich vorsichtig ab und wasche dein Gesicht.

Haarpflege

Das Ei (der Dotter) in der Haarpflege bringt große Effekte mit sich:

Glanz – Feuchtigkeit – das Eigelb nährt das Haar – sehr gut bei Haarausfall

Selbst Kaiserin Sissi hat Eier verwendet für die Pflege ihrer Haare!

Kreative Ei-Kombinationen: Der Dotter kann – ganz nach deinen Bedürfnissen – mit einer oder mehreren Zutaten vermengt werden – hier einige Beispiele:

  • Roggenmehl – entzündungshemmend, beruhigend, juckreiz-stillend, bei Haarausfall und Schuppen
  • Honig – nährend, stärkend
  • Essig – macht die Haare weich und leicht kämmbar
  • Milch (-Produkte) – bei trockenem Haar, wirkt feuchtigkeitsspendend
  • Birkenwasser – wirkt stärkend
  • Öl – bringt Glanz und wirkt glättend
  • Zitrone – bringt Glanz in die Haare
  • Sud aus Brennnessel oder Rosmarin – wirkt durchblutungsfördernd, stärkend, haarwuchs-fördernd
  • Himbeere oder Marille – wirken aktivierend, sind eher säurehaltig
  • Banane oder Avocado – pflegend, nähren trockenes Haar
  • hochprozentiger Alkohol – bei fettigen Haaren
  • Kaffee – wirkt durchblutungsfördernd, gegen Haarausfall
  • Bier – bringt Glanz und Volumen

Anwendung: Deine zubereitete Haarpflege einfach ins nasse Haar einarbeiten, einwirken lassen (je länger desto besser), „auf-emulgieren“ und schließlich gründlich ausspülen. Alle Kombinationen haben zusätzlich auch eine reinigende und pflegende Wirkung.

TIPP! Ich empfehle dir, stets etwas Roggenmehl zu verwenden, ganz einfach, weil es zusätzlich eindickend wirkt und somit ein schöner „Haarpflege-Brei“ entsteht, welcher gut aufzutragen ist!

Das Beste kommt zum Schluss

Endlich gibt es die Antwort auf die ewige Frage: Was war denn nun zuerst da – das Huhn oder das Ei? Es war das Ei, das zuerst da war! Woraus sind sonst die Dinosaurier geschlüpft?


Quelle Titelbild: canva, Bild Huhn und Ei: eier(Punkt)de

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